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Zentrale Momente im Leben des berühmten (fiktiven) jiddischen Dichters, Schelmen und Unruhestifters Kalman Holzhacker, von seinen Wurzeln im von Rußland regierten Polen bis zum Erblühen seines Ruhmes im Paris vor dem 1. Weltkrieg, mit besonderer Konzentration auf die Ereignisse, die sein Leben und seine Kunst überschatteten, wie auch auf seine gröberen Streiche. Dieser tragische Kampf der Gefühle wird von eigens dafür neu komponierter Musik begleitet, und präsentiert neue jiddische Lieder aus Holzhackers Werk. Indem er jiddische Kultur als eine überlegte Verweigerung aller Vergünstigungen der westlichen Zivilisation aufzeigt, fügt Kalman einer Kultur, die buchstäblich in Rauch aufging, das fehlende Stück Fleisch hinzu. Das Thema des Stückes ist "Jiddisch in der Welt, die Welt in jiddisch". Wir werden Zeuge, wie und warum Holzhacker das chassidische Leben, in dem er aufgewachsen ist, verläßt, wie ihn nichtjüdische kulturelle Trends zu jiddischer Literatur führen und wie jüdische Versuche, in die europäischen Kulturen einzudringen, ihn nach Paris führen, wo er Lieder für dümmliche französische Operetten schreibt, die zur finanziellen Grundlage seines jiddischen Avantgardismus werden. Mit anderen Worten: Jiddisch wird als das vorgestellt, was es für einige kurze leuchtende Jahre tatsächlich war: hip -- und die einzige wahrhaft internationale Kultur mit wirklichem Horizont in der gesamten westlichen Welt. Es gibt Gründe dafür, daß die ersten Ibsen- und Strindberg-Aufführungen in Amerika in jiddischer Sprache liefen, warum jiddischsprechende Künstler so viel vom Geist des Paris' in den glorreichen Tagen seiner Fortschrittlichkeit in sich tragen: Kalman Holzhacker ist der Dichter, den die jiddische Literatur immer brauchte, aber niemals hatte. "Wie Gott in Paris" schließt diese Lücke. GOD IN PARIS (die englische Fassung) hatte seine Premiere unter rauhem, stehenden Applaus beim Ashkenaz Festival in Toronto im Juli 1995. Die deutsche Erstaufführung ereilte ihr bewegtes Publikum am 9. 10. 95 in Bad Pyrmont bei Hannover. REFERENZEN für "Wie Gott in Paris" sind die Musiker, die sich begeistert auf eine Kollaboration mit GOLUS bisher einließen: ADRIENNE COOPER (KAPELYE), LORIN SKLAMBERG (KLEZMATICS), STUART BROTMAN (BRAVE OLD WORLD), HENRY SAPOZNIK (KAPELYE) und die holländische Mädchenband DI KALLES.
"Sie sind gut, die vier." Peter Löpelt, Freie Presse, Chemnitz, 12. 3. 1996
Heiko
Lehmann: P. P. Schimmelweiser/Orchester "Soviel Satire, das ist gewiß, kann nur einem Insider erlaubt sein."Pyrmonter Nachrichten, 11.10. 1995 "...muß von dieser
Inszenierung 'Wie Gott in Paris' von einem Theaterereignis ersten Ranges
gesprochen werden." |